Friedensnobelpreis wofür ?

Barack Obama

von Rainer Beuthel

Man glaubt zunächst sich verhört zu haben: der erst seit kurzem amtierende Präsident der USA erhält den Friedensnobelpreis? Der Regierungschef des Landes, das einen wahnwitzigen Krieg im Irak mit hunderttausenden von Toten vom Zaum gebrochen hat? Ein Präsident, der in Afghanistan mit einer „veränderten Strategie“ den „Sieg“ erringen will und uns Europäer auffordert, mehr Truppen zu schicken? Wohl noch nie klafften schönklingende Dampfplaudereien („Yes we can“) und reale Taten so auseinander wie bei Barack Obama.

Den Preis haben Menschen erhalten, die wahrlich Großes für den Frieden geleistet und mit ihrer ganzen Existenz dafür gestanden haben: Bertha von Suttner und Carl von Ossietzky, den die Nazis ins KZ steckten, Nelson Mandela, der für Jahrzehnte vom südafrikanischen Apartheidregime eingekerkert worden war, oder Martin Luther King, der wie Ossietzky sein Engagement mit dem Leben bezahlte.

Auf Barack Obama haben viele Menschen innerhalb und außerhalb der USA viel Hoffnung gesetzt. Nicht mehr und nicht weniger. Preiswürdig ist dies nicht.