Sparmaßnahmen sowie die zunehmende Kommerzialisierung des Gesundheitswesens haben zu einer problematischen Situation geführt: Viele Patientinnen und Patienten erleben die mit dem einseitigen Argument „Kostensenkungen“ begründete Rückentwicklung zu einer Zwei-Klassen-Medizin buchstäblich am eigenen Leib, gesetzlich Versicherte müssen immer weniger gewährte Leistungen der Krankenkassen mit immer höheren Zuzahlungen und Beiträgen bezahlen. Die völlig ineffektive so genannte „Gesundheitsreform“ der gegenwärtigen Bundesregierung wird dies in naher Zukunft noch weiter verschlimmern. Um eine gerechte und zukunftssichere Finanzierung des Gesundheitswesens zu gewährleisten, streitet DIE LINKE auf Bundesebene für eine einheitliche Bürgerinnen- und Bürgerversicherung, in welcher jeder Mensch in unserem Land krankenversichert ist und in welcher alle Einkommensarten zur
Finanzierung eines modernen Gesundheitswesens herangezogen werden.
In den Krankenhäusern unseres Kreises stoßen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterzunehmend an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Krankenschwestern und Krankenpfleger, Ärztinnen und Ärzte, Angestellte der Labore und anderer medizinischer Einrichtungen – sie alle haben unter dem verantwortungslosen Personalabbau der letzten Jahre zu leiden. Trotz aufopferndem und selbstlosem Arbeitseinsatz kann so auf Dauer eine wirkungsvolle Betreuung der Patientinnen und Patienten nicht mehr sichergestellt werden.
Durch die Auslagerung des Managements der Krankenhäuser an externe Dienstleister wurde die medizinische Versorgung bereits einer desaströsen Profitlogik unterworfen. Eine vollständige Privatisierung der Kreiskrankenhäuser – wie von der gegenwärtigen Kreisverwaltung angedacht – würde diese Situation noch weiter verschlimmern. DIE LINKE wird sich allen Bestrebungen in diese Richtung entschieden widersetzen – für uns gilt: Gesundheit ist keine Ware, sondern ein Menschenrecht! Ebenso solidarisieren wir uns ausdrücklich mit den Gewerkschaften in ihrem Kampf für eine gerechte Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten der Krankenhäuser.
Für die Einwohnerinnen und Einwohner der ländlichen Gebiete unseres Kreises ist es wichtig, Ärztinnen und Ärzte vor Ort zu haben. Gerade für ältere Menschen ist es unabdingbar, entsprechendes medizinisches Personal in der näheren Umgebung zu haben und nicht erst stundenlang mit dem Bus fahren zu müssen, nur um eine notwendige Behandlung zu erfahren. Undurchdachte oder gar bewusst fehlorientierte Umstrukturierungen haben die Situation der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte prekarisiert. Viele Praxen mussten schließen, ganze Ortschaften haben keine lokale medizinische Versorgung mehr. DIE LINKE möchte Konzepte entwickeln und verwirklichen, die diesem Trend entgegenwirken. In der Förderung von Praxis- Netzwerken, Ärztehäusern, Polykliniken und anderen innovativen Konzepten sehen wir hierzu gangbare Wege.